Neophobie

– Die Angst vor etwas Neuem – oder aber – "Was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht" –

Die wohl größte Herausforderung bei der Umstellung von Katzen auf anderes, besseres Futter, stellt die Neophobie der Katze dar. Überall liest und hört man von Katzenbesitzern, die ihrer Katze etwas Guten tun wollten indem sie eine andere Futtersorte kauften, dass deren Katze das neue Futter einfach verschmähen.

Von vielen Besitzern wird dies so interpretiert, dass die Katze die neue Sorte einfach nicht mag. "Ich mag ja auch kein Rosenkohl", warum sollte es bei der Katze also anders sein. Das ist aber schlichtweg eine reine Vermenschlichung.

Die Katze ist einfach ein Neophob, was so viel heißt wie, dass sie nicht frisst, was sie nicht kennt (Neophobie: Neo = Neu und Phobie = Angst). Eine Katze hat sich im Laufe ihrer Kindheit an einen bestimmten Geschmack, einen bestimmten Geruch und eine bestimmte Konsistenz gewöhnt. Sie merkt sich, dass ihr diese Sorte Futter schmeckt und sie dessen Zusammensetzung ohne Verdauungsschwierigkeiten o.ä. verträgt. Bleibt man nun in dieser Futtersorte und bietet ihr nicht fortlaufend andere Sorten an, merkt sie sich eben jene Zusammensetzung und frisst fortan nichts anderes mehr.

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Als Züchter ist es unsere Aufgabe unsere Kitten an so viele Futtersorten zu gewöhnen wie nur irgend möglich. Doch auch Sie als Katzenhalter ersparen sich einigen Stress, wenn sie die Kost so abwechslungsreich wie möglich gestalten. Letztlich ist es jedoch nicht völlig unmöglich auch eine ältere Katze, die nur ihre ein bis zwei Sorten kennt und frisst auf andere Sorten umzugewöhnen. Es bedarf nur jede Menge Geduld und Stärke sich zum Wohle seines vierbeinigen Schützlings durchzusetzen.

 

Hier noch ein paar Worte eines Verhaltensforschers zum Thema „Mäkelkatzen“

Verhaltensforscher Paul Leyhausen: "Viele wohlmeinende Katzenfreunde machen den Fehler, die Katze nie hungrig werden zu lassen; damit aber nehmen sie ihr die größte Freude: die Freude am Essen. Nicht bei jeder Mahlzeit braucht man so viel zu geben, dass etwas übrigbleibt. Reste sollten auch nicht regelmäßig zur weiteren Verfügung stehen. Hunger ist auch bei Katzen der beste Koch." und "Die bedauernswerte Katze, die den ganzen Tag über mit Futter vollgestopft wird (...) Sie kann darauf, je nach Veranlagung und Charakter, auf zwei Arten reagieren: Sie verweigert und wird bald rappelmager, oder sie fügt sich und setzt mit der Zeit so viel Fett an, dass sie den Bauch auf dem Boden nachzieht. Beides aber wird ihre Lebenserwartung erheblich kürzen."