Umstellungstipps

Im Folgenden möchten wir Ihnen einige Hilfestellungen zur Umstellung Ihrer Katze an die Hand geben. Diese haben sich in der Praxis bei vielen Katzenhaltern schon bewährt. Allerdings nützen sämtliche Tipps nichts, wenn SIE nicht davon überzeugt sind Ihrer Katze etwas anderes/besseres zu fressen geben zu wollen.

Der Trockenfutterjunkie

Haben Sie eine Katze die bislang nur an Trockenfutter gewöhnt ist, empfiehlt es sich diese zuerst einmal so weit wie möglich vom Trockenfutter wegzubekommen! (Gerade bereits ältere Tiere haben meist schon eine nicht mehr 100% intakte Niere, auch wenn die Blutergebnisse noch keine Veränderung zeigen, dort sieht man erst schlechte Werte, wenn bereits 70% der Niere geschädigt sind).

Ein erster Schritt ist, wenn Sie keine festen Futterzeiten haben und das Trockenfutter Tag und Nach für die Katze zugänglich ist, diese einzuführen. Ist ihre Katze nämlich ständig durch das Trockenfutter gesättigt, wird sie sich in dem meisten Fällen nicht darauf einlassen Nassfutter auch nur zu probieren. Hier gilt es nicht weich zu werden und der Katze nur zu den von Ihnen bestimmten Zeiten das Futter anzubieten. Idealerweise bekommt die Katze drei Mahlzeiten am Tag. Wem dies aus beruflichen oder anderen Gründen nicht möglich ist, der füttert dann nur zwei Mal am Tag. Bedenken Sie bitte, ein plötzlicher Wechsel wird meist nicht akzeptiert und führt bei vielen Katzen zudem zu Durchfall. Da eine Umstellung immer Stress für den Organismus der Katze bedeutet sollte dies nur vorgenommen werden, wenn kein zusätzlicher Stress wie ein Umzug oder eine Geburt ansteht.

Haben sie es geschafft feste Futterzeiten einzuführen kann man der Katze mit folgenden Tricks entgegentreten. Zum einen kann man das gewohnte Trockenfutter Stück für Stück mit etwas Wasser einweichen oder es schwimmend in einer Schüssel Wasser oder laktosefreier Milch anbieten. Als weiteres kann man das künftige Nassfutter mit dem gewohnten Trockenfutter bestreuen oder man mischt etwas vom Trockenfutter unters Nassfutter. Manche Katzen sind jedoch so geschickt, dass sie die Kroketten einfach heraus sortieren und das Nassfutter liegen lassen. Hier ist es dann sinnvoll, dass Trockenfutter mit einem Mörser zu zerkleinern und das Futter damit zu bestreuen oder zu vermengen.

Die Katze frisst sowohl Trockenfutter als auch Dosenfutter

Sollte ihre Katze bereits sowohl Trockenfutter als auch Nassfutter fressen, ist es im Grunde ganz einfach die Katze an immer mehr Nassfutter an Stelle von Trockenfutter zu gewöhnen. Man reduziert hierfür einfach innerhalb von 2-3 Wochen die Trockenfutterration immer weiter und füttert dafür vermehrt das bereits bekannte Dosenfutter. Bis die Katze schließlich nur noch ihr alt bekanntes Nassfutter frisst und das Trockenfutter vollständig vom Speiseplan verschwunden ist.

Umstellung auf hochwertiges Nassfutter

Ist der Trockenfutteranteil auf einen Minimum reduziert oder sogar schon ganz vom Speiseplan verbannt, wählt man eine hochwertigere Nassfuttersorte mit guter Akzeptanz aus und ersetzt damit die altbekannte Nassfuttersorte indem man das neue Nassfutter teelöffelweise unter das alte Nassfutter mischt. Es Empfiehlt sich dabei langsam vorzugehen, jedoch sollte man dabei auch konsequent sein. Verweigert die Katze zuerst diesen Futtermix aus bekanntem und neuem Nassfutter nicht gleich weich werden. Eine Katze verhungert nicht vor ihrem vollen Futternapf. Viele Katzen versuchen ihre Besitzer um den Finger zu wickeln indem sie sich laut beklagen oder beleidigt wirken - wer hier zu weichherzig ist, verlässt am besten für einige Stunden das Haus! Bitte gehen Sie hier jedoch behutsam vor und verlangen Sie nicht zu viel auf einmal von ihrer Katze. Sollte Ihre Katze über einen ganzen Tag hinweg das Futter nicht anrühren und auch nicht nur kurz probieren, gehen Sie einen Schritt zurück und fügen Sie dem Futter einen halben statt einen ganzen Teelöffel des neuen Futters hinzu. Hat die Katze die neue Mischung einmal gefressen, geben Sie ihr das altbekannte Futter nie wieder pur, sonst begeben Sie sich in einen Teufelskreis.

Umstellung auf Rohfleisch

Haben Sie den Wechsel von Trockenfutter auf Dosenfutter geschafft und wollen Sie ihre Katze ans Rohfleisch gewöhnen, sollten Sie ähnlich langsam und behutsam vorgehen. Es empfiehlt sich, egal ob Sie nun ganz auf Rohfleisch umsteigen wollen oder ihrer Katze nur zwischendrin ein paar Fleischmahlzeiten gönnen wollen, anfangs das gewohnte oder akzeptierte Dosenfutter weiterhin zu füttern. Die Menge des Nassfutters sollte Jedoch reduziert werden und der Katze zusätzlich ein paar wenige Fleischstückchen angeboten werden. Pute und Huhn haben die beste Akzeptanz und sind für den Einstieg besonders geeignet. Generell sollten Sie die Verdauung ihrer Katze nicht außer acht lassen, es kann schon einmal zu etwas Durchfall kommen, der jedoch nicht mehr als 1-2 Tage anhalten sollte. Ansonsten empfiehlt es sich die Fleischration wieder ein wenig herab zu setzen und der Verdauung der Katze etwas mehr Zeit zu lassen um sich auf das neue Futter einzustellen. Auch kann es passieren, dass Ihre Katze ein wenig Muskelkater im Kiefer bekommt, da das Rohfleisch wesentlich zäher zu kauen ist und die Muskulatur ihrer Katze daran nicht mehr gewöhnt ist.

Die Mäkelkatze

Bei besonders mäkeligen Katzen kann man auch wieder einige Tricks anwenden

  • Anfangs sollten die Stückchen so klein wie möglich geschnitten werden. Ist ihre Katze nur Paté gewöhnt, empfiehlt es sich, sogar das Fleisch zunächst zu Wolfen um die Akzeptanz zu erhöhen. Einige Quellen empfehlen sogar, die kleinen Fleischstückchen oder das Gewolfte unters Dosenfutter zu mischen. Ich halte diese Methode jedoch für fragwürdig und würde sie nur im „Notfall“ und nur für kurze Zeit verwenden, da Dosenfutter so wie Trockenfutter schwerer verdaulich ist und somit länger im Darm verweilt als das Rohfleisch. Was mit Rohfleisch passiert, dass zu lange in der Sonne gelegen hat wissen wir wohl alle. Aber hier muss natürlich jeder selbst entscheiden ob er dieses Risiko für eine kurze Zeit eingehen möchte.
  • Da geklautes Futter komischerweise grundsätzlich immer besser schmeckt, lassen sie doch - natürlich rein zufällig und völlig unbeabsichtigt- ein Stückchen Fleisch auf den Boden fallen. Im Normalfall wird ihr Stubentiger versuchen es Ihnen zu stehlen. Natürlich gibt es auch hier Katzen, die sich auch dann trotzdem nicht für das Rohfleisch interessieren.
  • Auch können Sie das Fleisch auch anfangs ein wenig angaren. Leicht in Gänseschmalz angebraten oder mit heißem Wasser überbrüht erhöht dies meistens die Akzeptanz, da es die Katze an ihr gewohntes Dosenfutter erinnert. Den Gargrad nun nach und nach verringern und der Katze schließlich das Fleisch völlig roh anbieten.
  • Sollte all das nichts helfen, können Sie letztlich noch versuchen, das Fleisch mit der geliebten Vitamin- oder Malzpaste einzuschmieren, mit einem Klecks Sahne servieren oder etwas ähnlich Unwiderstehlichem für die Katze.


Nicht aufgeben!

Das A und O ist auch hier nicht zu schnell aufzugeben und konsequent zu bleiben. Hat man sich erst einmal eine totale Mäkelkatze herangezogen, muss ihr klar gemacht werden, dass es Ihnen ernst ist mit der Futterumstellung und dass Sie keinen Firlefanz mehr bei der Fütterung Ihrer Katze machen. Also: Futter hinstellen und weggehen, ohne sich weiter darum zu kümmern, ob die Katze frisst oder nicht! Es wird nicht mehr auf den Knien hinter der Katze her gerobbt, sie von Hand gefüttert, ihr den Napf in jeden Raum hinterhergetragen, sie angebetet und angebettelt doch endlich zu fressen oder ständig eine neue Sorte Futter geöffnet. Wenn nicht gefressen wird, wird das Futter nach etwa einer halben Stunde kommentarlos weggeräumt. Die Katze wird dabei völlig ignorieren! Bloß nicht weich werden und erst bei der nächsten Fütterungszeit wieder etwas anbieten und auf den "Hunger" der Katze als besten Koch vertrauen. Seien Sie überzeugt von dem was Sie tun. Ihre Unsicherheit überträgt sich auf die Katze! All das gilt natürlich nur, wenn die Katze organisch gesund ist, was vorher natürlich Tierärztlich abzuklären ist!

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